Dem Unternehmer Rudolf-August Oetker (1916-2007)
war es stets ein großes Anliegen, kulturelle und soziale Projekte zu unterstützen. Die Wiedervereinigung Deutsch- lands öffnete den Blick für die schweren Zerstörungen und den Verfall von Kunstdenkmälern in den mitteldeutschen Bundesländern. Seit 1991 hat die Familie Oetker deshalb ihren Einsatz für die Erhaltung des Kunst- und Kulturerbes zunächst schwerpunktmäßig auf die neuen Bundesländer konzentriert, aber auch ausgewählte Sanierungs- und Restaurierungsvorhaben in den alten Bundesländern unterstützt.

Daher werden seit 1998 alle Förderungen auf wissenschaft-lichem und kulturellem Gebiet in der von Rudolf-August Oetker ins Leben gerufenen Rudolf-August Oetker-Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege gebün-delt. Mit den sozialen Belangen befasst sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 die Ida und Richard Kaselowsky-Stiftung, die nach dem Willen ihres Stifters Rudolf-August Oetker den Namen seiner Mutter Ida und seines sehr verehrten Stiefvaters Richard Kaselowsky trägt.



Biografie Rudolf-August Oetker

Rudolf-August Oetker wurde am 20. September 1916 als Sohn des Unternehmers Dr. Rudolf Oetker und seiner Frau Ida, geb. Meyer, in Bielefeld geboren. Er absolvierte nach dem Abitur am heutigen Ratsgymnasium seine Banklehre bei der Vereinsbank in Hamburg und trat 1941 in die Geschäftsleitung der Dr. August Oetker Nährmittelfabrik ein.

Der Enkel des Firmengründers Dr. August Oetker musste 1944 mit 28 Jahren die Unternehmensleitung übernehmen, nachdem sein Stiefvater Dr. Richard Kaselowsky und weitere Familienangehörige bei einem schweren Bomben-angriff auf Bielefeld ums Leben gekommen waren. Er trieb die Entwicklung der Firma voran, indem er sich neben dem Nahrungsmittelgeschäft auch auf anderen Geschäfts-feldern betätigte.


1981 zog er sich mit 65 Jahren aus dem Tagesgeschäft zurück und übergab die Leitung der Oetker-Gruppe an seinen ältesten Sohn Dr. h. c. August Oetker. Als Vor-sitzender des Beirats der Dr. August Oetker KG begleitete er die Aktivitäten der Gruppe bis zu seinem Tod im Januar 2007.

Rudolf-August Oetker, dessen Interesse immer auch der Kunst galt, stiftete seiner Heimatstadt 1968 die Kunsthalle, die nach Plänen des amerikanischen Architekten Philip Johnson erbaut wurde. Bereits im Jahr 1927 hatte seine Großmutter Caroline Oetker der Stadt Bielefeld eine Konzerthalle gestiftet zum Gedächtnis an ihren Sohn, den im März 1916 vor Verdun gefallenen Dr. Rudolf Oetker. Neben Kunst und Kultur lagen der Familie aber auch soziale Belange am Herzen.


So wurde 1995 das Caroline Oetker Stift eröffnet, eine Seniorenresidenz, die sich auf dem ehemaligen Familien-grundstück am Johannisberg befindet und nach der Großmutter des Stifters benannt ist.

Seit 1998 werden Projekte aus den Bereichen Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege in der Rudolf-August Oetker-Stiftung gebündelt. Die Ida und Richard Kaselowsky-Stiftung wurde im Jahr 2000 gegründet und trägt dem sozialen Engagement der Familie Oetker Rechnung. Diesen beiden Einrichtungen voraus ging die Dr. August Oetker-Stiftung, die sich bereits seinerzeit auf den genannten Gebieten betätigte und Mitte der 1990er Jahre aufgelöst wurde.